Suizid & Suizidversuche – alltäglich!

Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland ist Suizid nach Unfällen die zweithäufigste Todesursache. Fast täglich sterben ein bis zwei junge Menschen durch Suizid. Suizidversuche in dieser Altersgruppe treten deutlich häufiger auf. In Stichproben geben 5 bis 9 % der Jugendlichen an, bereits einen Suizidversuch unternommen zu haben.

Suizidalität – ein häufiges Phänomen?

Was bedeutet Suizidalität?

Suizidalität ist ein Überbegriff, der alle Gedanken und Handlungen umfasst, bei denen es darum geht, nicht mehr leben zu wollen oder sich selbst zu töten. Umgangssprachlich wird statt von Suizid auch von Selbstmord oder Selbsttötung geredet.
Lebensmüde Gedanken treten bei jungen Menschen sehr häufig auf, ohne dass eine ernsthafte Suizidgefahr bestehen muss. Je konkreter die Selbsttötungsgedanken und –pläne sind, desto eher brauchen die Betroffenen Hilfe von anderen. Ist bereits ein Suizidversuch erfolgt, besteht erhöhte Gefahr, dass es noch einmal zu einer suizidalen Handlung kommt.
Die Entstehung von Suizidgedanken steht in engem Zusammenhang mit Lebenskrisen, die bei Gesunden und psychisch Erkrankten gleichermaßen auftreten können. Der Verlust wichtiger Bezugspersonen, Konfliktsituationen, schwere Erkrankungen und andere traumatische Erlebnisse können zu dem Gefühl führen, eine Last für andere und sehr einsam zu sein.
Häufig senden Suizidgefährdete Signale aus, da sie eigentlich weiter leben wollen, jedoch die Lebensumstände und Schwierigkeiten für sie unüberwindbar und nicht mehr ertragbar erscheinen. Die Anzeichen können sehr unterschiedlich sein, zu ihnen gehören beispielsweise sozialer Rückzug, depressive Verstimmung, aggressives oder riskantes Verhalten, Reden oder Schreiben über Tod und Sterben.

Suizidalität ist ein tabuisiertes Thema, was insbesondere auch ursächlich dafür ist, dass es betroffenen Menschen schwer fällt über ihre Suizidgedanken zu sprechen, aber auch von anderen angesprochen zu werden. .
Häufig besteht die Angst der Betroffenen darin, nicht ernst genommen zu werden, soziale Kontakte zu verlieren, als psychisch krank bezeichnet zu werden und vor Autonomieverlust durch zwangsweise Behandlung.
Außerdem haben viele die Vorstellung, dass sie niemand verstehen und niemand ihnen helfen kann. Für sie ist es wichtig, vertrauensvolle Ansprechpartner zu finden, die zuhören, Verständnis zeigen und bereit sind, gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Uns ist es ein großes Anliegen, dass Informationen über unterschiedliche Hilfsangebote leicht zugänglich gemacht werden, mehr niederschwellige Beratungsangebote etabliert und psychosoziale Fachkräfte und LehrerInnen fortgebildet werden.